Kategorie Sozialpolitik Rente Soziale Gerechtigkeit

„Komplett zu Lasten von Frauen“: VdK kritisiert CDU-Plan zu abschlagsfreier Rente nach 45 Beitragsjahren

  • Wenn Pflege- und Erziehungszeiten nicht mehr berücksichtigt werden, sind vor allem Frauen die Leidtragenden
  • Bentele: „CDU-Vorschlag ist extrem unsozial“

Medienberichten zufolge will die CDUkurz fürChristlich Demokratische Union die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren so gestalten, dass sie künftig nur noch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Anspruch genommen werden, die auch wirklich 45 Jahre lang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben. Dazu sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„Der Vorschlag, Erziehungs- und Pflegezeiten nicht mehr anzurechnen, wäre ein sozialpolitischer Skandal ersten Ranges. Eine solche Regelung würde komplett zu Lasten von Frauen gehen – und zwar genau der Frauen, die Sorgearbeit leisten und die genau deshalb überproportional von Altersarmut betroffen sind. Wenn der Bundesregierung bei der Kompromissfindung nichts anders einfällt, dann hat sie jeden Anspruch an den sozialen Ausgleich in diesem Land aufgegeben. Dann darf sie sich aber auch nicht mehr über sinkende Geburtenraten oder demografische Probleme wundern. Herr Schweitzer, erteilen Sie diesem sozial unausgewogenen Lösungsvorschlag eine klare Absage.“

2025 konnten 145.000 Männer und 117.000 Frauen die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren erstmals in Anspruch nehmen. Die Hälfte dieser Frauen erhält Renten von unter 1450 Euro. Sie haben aber nicht zu wenig gearbeitet, sondern mussten auf bezahlte Erwerbsarbeit verzichten, um Kinder zu erziehen und kranke Angehörige zu pflegen. Mit dem neuen Vorschlag würde der Frauenanteil von 45 Prozent extrem sinken.

Pressekontakt

Das Portraitfoto zeigt Julia Frediani.

Kontakt: Julia Frediani Abteilungsleitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Pressesprecherin

Telefon: 030 9210580-401 030 9210580-401 Mobil: 0175 6604730 E-Mail: j.frediani@vdk.de

Über uns

Der Sozialverband VdK Deutschland e. V. mit Sitz in Berlin repräsentiert mit über 2,3 Millionen Mitgliedern die größte sozialpolitische Interessenvertretung Deutschlands. 

Wir sind der Dachverband und das Sprachrohr für 13 Landesverbände und setzen uns gemeinsam mit diesen für soziale Gerechtigkeit, ein solidarisches Miteinander sowie Chancengleichheit ein – seit über 75 Jahren. Als Bundesverband vertreten wir die Anliegen unserer Mitglieder auf politischer Ebene – die Landesverbände unterstützen diese bundesweit in den Geschäftsstellen, beraten sie zu sozialrechtlichen Fragen und vertreten sie vor Gericht.