Kategorie Pflege Pflegeversicherung

Bentele: Eine gute Pflegereform muss die Strukturen vor Ort anpassen

  • Bundesgesundheitsministerin Warken will Pflege „einfacher und schneller“ machen
  • VdK begrüßt Ankündigung und fordert eine kommunale Pflegeinfrastruktur

In der Debatte über die Zukunft der Pflegeversicherung hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDUkurz fürChristlich Demokratische Union) die Notwendigkeit struktureller Veränderungen betont. Der „Bild am Sonntag“ sagte sie: „Ich möchte trotz bestehender Sparzwänge gleichzeitig Strukturveränderungen, die im Sinne von ‚einfacher und schneller‘ zu einer besseren Pflege führen und Angehörige stärker unterstützen.“

VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt dazu: „Wenn Bundesgesundheitsministerin Warken Strukturveränderungen ankündigt, die Pflege ‚einfacher und schneller‘ machen und Angehörige besser unterstützen sollen, muss sich der Erfolg dieser Maßnahmen daran messen lassen, ob vor Ort tatsächlich verbindliche Verantwortung entsteht. Aus Sicht des VdK kann das nur gelingen, wenn die pflegerische Versorgung zur Pflichtaufgabe der Kommunen wird. Das heißt, die Kommune wäre für die Pflegebedarfsplanung, die Beratung bei Pflegebedürftigkeit und die Zulassung von Pflegediensten und -einrichtungen zuständig. Dabei müsste eine dauerhafte Finanzierung der kommunalen Pflegeausgaben durch den Bund und die Länder sichergestellt werden.

Gute Pflege braucht keine Ansammlung einzelner Maßnahmen. Erforderlich ist vielmehr eine Reform aus einem Guss, die Beratung, Versorgung und Entlastung unter dem Dach der Kommune bündelt. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen benötigen ein kommunales Fallmanagement, das nicht nur informiert und weiterverweist, sondern konkrete Unterstützung organisiert und begleitet.

Statt den Zugang zu einem Pflegegrad zu erschweren, sollten Unterstützungsangebote gestärkt werden. Dazu gehören Prävention und Rehabilitation, also eine frühzeitige Beratung, Hilfsmittel, Maßnahmen zur Anpassung des Wohnumfelds sowie Angebote, die Pflegebedürftigkeit vermeiden oder hinauszögern können.

Eine zukunftsfähige Pflegereform stellt die Menschen in den Mittelpunkt – nicht allein die Kosten. Angehörige brauchen verlässliche und planbare Entlastung durch Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege und funktionierende Notfallstrukturen. Pflegekrisen halten sich nicht an Bürozeiten. Deshalb müssen Hilfsangebote auch abends, nachts und an Wochenenden erreichbar sein.

Wenn Pflege tatsächlich einfacher und schneller zugänglich werden soll, braucht es vor Ort eine verlässliche kommunale Pflegeinfrastruktur. Dieses Ziel lässt sich nicht mit unverbindlichen Einzelbausteinen erreichen. Notwendig ist eine umfassende strukturelle Reform, die Verantwortung klar regelt und Unterstützung aus einer Hand ermöglicht.“

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